Drei Tage lang geht Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auf Tour und besucht mittelständische Unternehmen in ihrer Region. Er spricht mit Gründerinnen und Gründern, schaut sich Spitzencluster für digitale Technologien an und trifft Vertreter von Mittelstandsverbänden und -netzwerken. Dabei geht es vor allem um eins: Zuhören. Welche Bedürfnisse hat der Mittelstand, welche Herausforderungen drängen, was kann die Politik tun, um die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands zu erhalten und zu stärken? Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Unternehmensnachfolgen, Innovationen – was bewegt den Mittelstand, welche aktuellen Probleme gilt es zu lösen?

Warum ist der Mittelstand so wichtig?

Gleich am ersten Tag dieser „Zuhörreise“ ging es zu einem der vielen innovativen „Hidden Champions“: Audiozubehör-Hersteller Sennheiser in Wedemark-Wennebostel bei Hannover. Der Minister war zu Gast bei den Brüdern Sennheiser, die den Minister begrüßten und sich über einige wichtige Aspekte im Eckpunktepapier freuten. Ihnen ging es um die Themen Bürokratie, (Aus)Bildung und Innovation. Beim Rundgang durch den Produktionsbereich informierte sich Minister Altmaier über Herausforderungen des Unternehmens und bewies Know-How beim Unterscheiden zwischen 3D-Druck und Spritzguss. Sennheiser ist auch Unterstützer von „Made in GermanyMade by Vielfalt“, einer Initiative von Familienunternehmen für mehr Toleranz und ein weltoffenes Deutschland. Passend dazu sagte Bundesminister Altmaier: „Wir müssen dafür sorgen, dass Hochtechnologie eine Heimat in Deutschland behält.“

Bundesminister Altmaier über die Mittelstandsreise

Founders Foundation: Wo neue Unternehmen heranwachsen

Anschließend fuhr Minister Altmaier zur Founders Foundation, einem Inkubator in Bielefeld. Dort berichteten Gründerinnen und Gründer, was sie bewegt und wie sich die Zusammenarbeit zwischen jungen und etablierten Unternehmen im Mittelstand und in der Region gestaltet. Die Founders Foundation unterstützt diesen Erfahrungsaustausch, um die Zusammenarbeit bei der Umsetzung neuer Ideen und Technologien zu stärken. Bei der Netzwerkveranstaltung „best of both: Mittelstand & Startups“ sagte Bundesminister Altmaier den vertretenen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten: „Sie sind ein super Beweis, dass sich in Deutschland etwas tut“. Bei modernem Start-up Ambiente zeigte man sich erfreut, dass sich der Minister in seinem Eckpunktepapier so klar zum Mittelstand bekennt.

Founders Foundation: Vernetzung von Start-ups mit dem Mittelstand

Wachstum und Digitalisierung im Baubereich

Auf seiner nächsten Station besuchte der Minister das Bielefelder Unternehmen Goldbeck, das bereits mehrfach mit Unternehmerpreisen ausgezeichnet wurde. Seit seiner Gründung 1969 trägt das Unternehmen aus Bielefeld „den Gründergeist in die Region“, wie sich der Minister von Familie Goldbeck sagen ließ. Als Hersteller von Stahlelementen für den Gebäudebau gegründet, ist das Unternehmen im Laufe der Jahrzehnte – auch international – stark gewachsen und hat bereits Teile seiner Produktion und Konzeption digitalisiert – etwa durch die Verwendung von Virtual Reality Brillen. Auch hier hörte der Bundesminister der Geschäftsführung genau zu und ließ das Publikum wissen: „Wenn Sie glauben, dass Punkte in meiner Mittelstandsstrategie fehlen, dann sagen Sie es mir.“

Industrie 4.0 und Technologietransfer

Am Abend machte sich Peter Altmaier auf einer Netzwerkveranstaltung ein Bild über das Technologie-Netzwerk „it’s OWL“ in Paderborn. „it’s OWL“ steht für Intelligente Technische Systeme Ostwestfalen-Lippe und wurde bereits im Spitzencluster-Wettbewerb der Bundesregierung ausgezeichnet. Minister Altmaier informierte sich über mehrere Exponate mit KI-Faktor: vom Brötchen Kneter, über den Milch Separator bis hin zum digitalen Zwilling eines Schaltschranks. Bei der Podiumsdiskussion zeigte man sich froh über die Kooperationsmöglichkeiten des Clusters und sprach mit dem Minister über die Themen Künstliche Intelligenz, Plattformökonomie, Industrie 4.0 sowie Wissens-, Daten- und Technologietransfer - „und das alles unter Miteinbeziehung des Mittelstands“, freute sich der Minister.

„Wir werden zwar in ein paar Wochen eine Mittelstandsstrategie haben. Aber damit ist der Dialog nicht beendet.“

Peter Altmaier

Bundeswirtschaftsminister