Innovation ist ein Synonym für Zukunft: Das gilt für die gesamte Wirtschaft und insbesondere für den deutschen Mittelstand, der sich immer wieder mit neuen Produkten und Dienstleistungen am Markt behaupten muss. Das zahlt sich aus: Innovative Ideen, Technologien und Patente aus dem Mittelstand sichern die Wettbewerbsfähigkeit. Innovationen sind aber auch eine ständige Aufgabe für die Unternehmen.

Industrie 4.0: Vom Handwerksbetrieb zum digitalisierten Nischenplayer
Früher traditioneller Handwerksbetrieb, heute globaler Nischenplayer mit moderner Automatisierungstechnik: Die Albrecht Bäumer GmbH & Co. KG im nordrhein-westfälischen Freudenberg stellt Schaumstoffschneidemaschinen her - und stärkt mit Innovationen und Digitalisierung ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Innovationskraft und Innovationsfreude machen die Stärke unseres Mittelstands aus: Unternehmen entwickeln neue Werkstoffe oder Maschinen, setzen Künstliche Intelligenz in vernetzten Produktionsprozessen ein, nutzen Nanotechnologie in der Herstellung von Alltagsgegenständen. Es ist aber auch eine große Herausforderung, immer wieder neu zu denken und in Forschung und Innovationen zu investieren, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen. In der Regel sind hohe Kosten damit verbunden, und die Entwicklung bis zur Marktreife kann lange dauern.

Netzwerke helfen bei Wissenstransfer und Markteinführung

Eine wichtige Rolle spielt die Vernetzung von Unternehmen untereinander, mit anderen Mittelständlern und großen Konzernen, mit Universitäten und Forschungseinrichtungen. Hier werden Wissen und Erfahrungen ausgetauscht; Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Forschung und Entwicklung finden ihren Weg in neue Produkte und Dienstleistungen und damit in den Markt. Fruchtbar ist zudem die Kooperation mit innovativen Start-ups: Letztere sichern sich damit den Zugang zu Branchen-Know-how und Markterfahrung, während etablierte Firmen frische Impulse und einen schnelleren Zugang zu neuen Technologien erhalten. Und: Der Mittelstand trägt mit seiner Agilität entscheidend dazu bei, dass neue Ideen und Entwicklungen in die Praxis umgesetzt werden. Denn ein bestehender Kundenstamm und die Nähe zum Kunden sind die Vorteile mittelständischer Unternehmen, wenn es um die Markteinführung von Innovationen geht.

Grafik: KMU innovationsfreudiger als Großunternehmen

© BMWi

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei innovativen Vorhaben – mit verschiedenen Programmen, Netzwerken und Initiativen:

  • Der Bund plant, ab 2020 Unternehmen auch steuerlich bei Forschung und Entwicklung (F&E) durch eine Forschungszulage zu unterstützen. Dies ist ein starkes positives Signal für den Innovationsstandort Deutschland und begünstigt alle Unternehmen, die F&E betreiben. Im Mai 2019 hat das Bundeskabinett einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen, der sich aktuell im parlamentarischen Verfahren befindet. Die steuerliche Forschungsförderung ist auch ein wichtiger Anreiz, um das 3,5%-Ziel zu erreichen: Bis 2025 soll der Anteil der Aufwendungen für F&E am Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf 3,5% steigen (Stand 2017: 3,0%).
  • Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) fördert Forschung und Entwicklung von mittelständischen Unternehmen und mit diesen kooperierenden Forschungseinrichtungen. Bei dem branchen- und technologieoffenen Programm entscheiden die Unternehmen über die inhaltliche Ausrichtung und die Projektform der Innovationsvorhaben. Das ZIM bietet passgenaue Fördermöglichkeiten für Einzelprojekte, nationale und internationale Kooperationsprojekte und Innovationsnetzwerke. Pro Jahr werden mehr als 3.000 F&E-Projekte gefördert.
  • Durch das Programm Industrielle Gemeinschaftsforschung erhalten Mittelständler vorwettbewerblich, themen- und branchenoffen Zugang zu Forschungsprojekten, den sie sich häufig sonst nicht leisten könnten. Sie können eigene Projektideen einbringen, begleiten die Forschungsarbeiten und haben Zugang zu den Ergebnissen.
  • Die deutschen Clusterinitiativen gelten als Wegbereiter für regionale, branchenübergreifende Innovationen und stärkeren Wissenstransfer. So wird das Zusammenspiel zwischen KMU und großen Unternehmen, zwischen etablierten Firmen und Start-ups, zwischen Mittelständlern und Universitäten sowie Forschungsinstituten verbessert.
  • Potenziale für radikal neue, d. h. disruptive Innovationen heben und diese erfolgreich in den Markt bringen – dabei soll die geplante Agentur für Sprunginnovationen helfen.
  • Um die insgesamt guten Voraussetzungen für Innovationen in Deutschland noch besser zu nutzen, hat das BMWi die neue Transferinitiative ins Leben gerufen. Diese basiert auf dem innovationspolitischen Ansatz „Von der Idee in den Markt“ mit Programmen für die unterschiedlichen Phasen des Innovationsprozesses und unterstützt Unternehmen dabei, Ideen in marktfähige Produkte umzusetzen.