Sie bilden den Mittelstand von morgen: Gründerinnen und Gründer, die neue Unternehmen aufbauen oder bereits bestehende übernehmen. Mit ihren Investitionen und Innovationen halten sie den Mittelstand lebendig und stärken den Wirtschaftsstandort Deutschland. Und sie schaffen Arbeitsplätze: 2019 waren es rund 450.000. Diese Gründungskultur müssen wir fördern und dafür sorgen, dass Gründungen und Nachfolgen leichter werden. Deshalb hat Bundesminister Peter Altmaier gemeinsam mit der Wirtschaft die Gründungsoffensive „GO!“ gestartet, die zusätzliche Impulse für einen starken Mittelstand setzt.

Nachfolgelösung im Betrieb: Neue Chancen für Unternehmen
Sie war 22 Jahre lang Mitarbeiterin – dann wurde sie Chefin: Birgit Honvehlmann übernahm in einer internen Nachfolgelösung den Floristik-Betrieb Steinbrecher in Waltrop bei Dortmund. „Ich wollte kreativ arbeiten, selber Entscheidungen treffen.“ Die Mitarbeiter sind zufrieden, das Unternehmen wächst.

Die Gründerszene in Deutschland ist lebendig und vielfältig – sie reicht von den vielen neuen Dienstleistungsbetrieben über das Handwerk und die freien Berufe bis hin zu digitalen Start-ups. Vor allem innovative Unternehmensgründungen bringen unsere Wirtschaft voran und schaffen die zukunftsfähigen Arbeitsplätze von morgen. Diese rund 13 Prozent der Existenzgründungen bringen Neuheiten auf den regionalen, deutschen oder weltweiten Markt und sorgen mit neuen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen für mehr Wettbewerb. Außerdem beschleunigen Gründungen den digitalen Wandel. So basiert bei 32 Prozent der Neugründungen das Geschäftsmodell auf dem Internet.

Unternehmensnachfolgen sichern mittelständische Betriebe

Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer werden aufgrund des demographischen Wandels immer älter. Bereits jetzt sind über 1,5 Millionen Inhaber- und Inhaberinnen 55 Jahre oder älter. Dadurch wird sich in den nächsten Jahren nicht nur unsere Gesellschaft nachhaltig verändern, sondern auch unsere Wirtschaft. Jährlich suchen mehr als 30.000 Betriebe Nachfolgerinnen und Nachfolger, die die Firma übernehmen. Für Gründerinnen und Gründer bieten sich damit sehr gute Chancen, ein etabliertes Unternehmen mit bestehender und bewährter Infrastruktur und Fachkräften zu übernehmen. Ein zentrales Element für den zukünftigen Erfolg unserer kleinen und mittleren Unternehmen wird dabei sein, dass anstehende Wechsel an der Spitze reibungslos verlaufen und die Betriebe fortgeführt werden.

Grafik zu "EXIST"

© BMWi

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt mit einem vielfältigen Förderangebot gezielt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Freiberufler, Gründungsinteressierte und innovative Start-ups in allen Phasen.

  • Die Gründungsoffensive „GO!“ setzt an zehn Schwerpunkten an und gibt zusätzliche Impulse für einen starken Mittelstand. Denn es geht insbesondere darum, die Gründungskultur in Deutschland insgesamt zu stärken und mehr junge Menschen für die unternehmerische Selbständigkeit zu begeistern. Die Leistungen von Unternehmerinnen und Unternehmern sollen sichtbarer gemacht werden und mehr gesellschaftliche Wertschätzung erfahren.
  • Die Gründerplattform des BMWi und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eine kostenfreie Onlineplattform für Gründerinnen und Gründer. Nutzerinnen und Nutzer entwickeln hier erste Ideen oder ein Geschäftsmodell, schreiben ihren Businessplan und kontaktieren Förder- und Finanzierungspartner. Auch werden sie für eine Unternehmensnachfolge als eine Alternative zur Neugründung sensibilisiert.
  • Beim erfolgreichen EXIST-Programm, das seit 2007 Gründungsvorhaben an Hochschulen und Forschungsinstituten fördert, wurden die Mittel für die Umsetzung der neuen Förderlinie EXIST-Potentiale mehr als verdoppelt.
  • Für das INVEST-Programm, bei dem private Investoren 20 Prozent ihrer Investitionssumme in ein junges innovatives Unternehmen steuerfrei erstattet bekommen, stehen über das Jahr 2020 hinaus jährlich rund 45 Millionen Euro zur Verfügung.
  • Die Onlinebörse nexxt change des BMWi und der KfW bringt Übergeber von Unternehmen und nachfolgeinteressierte Existenzgründerinnen und –gründer über kostenfreie, anonymisierte Inserate zusammen. Mehr als 700 Regionalpartner bieten kompetente Unterstützung bei der Suche.
  • Die mehrsprachige Informationsplattform Nachfolge in Deutschland, die durch das BMWi gefördert wird, bietet ein umfangreiches Online-Angebot zum Thema Nachfolge, das unter anderem auch einen „Nachfolgefahrplan“ und einen „KMU Rechner“ zur Unternehmenswertabschätzung beinhaltet. Mit der Initiative „Unternehmensnachfolge - aus der Praxis für die Praxis“ fördert das BMWi bundesweit Modellprojekte wirtschaftsnaher Einrichtungen vor Ort, wie Praxisdialoge, Nachfolgemoderatoren oder -coaches sowie Netzwerke.
  • Die neu ausgerichtete BMWi-Initiative „FRAUEN unternehmen“ ermutigt Frauen darin, ihre Geschäftsideen umzusetzen und Unternehmen aufzubauen. 200 Vorbild- Unternehmerinnen berichten ehrenamtlich bei regionalen Veranstaltungen über ihre Erfahrungen bei Gründung oder Unternehmensübernahme.