Gut ausgebildete Fachkräfte sind für den Mittelstand essentiell. Sie sichern Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit unserer Unternehmen. Aktuell wird der Fachkräftemangel von der Mehrheit der Betriebe als großes Geschäftsrisiko angesehen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen in technischen Bereichen, im Gesundheitswesen und im Handwerk sind betroffen. Die Fachkräftesicherung ist deshalb ein wichtiges Anliegen in unserer Mittelstandsstrategie.

Fachkräftesicherung: Den Wettbewerb um gute Mitarbeiter meistern
Fachkräftesicherung ist für das Unternehmen Metall- und Stahlbau Mauer in Stendal ein entscheidender Zukunftsfaktor. Doch gute Mitarbeiter zu gewinnen, ist schwierig geworden. Mauer investiert deshalb permanent in Ausbildung und Qualifizierung und beschäftigt vier Auszubildende.

Viele Arbeitsfelder und Tätigkeiten ändern sich im technologischen Wandel. Hinzu kommt, dass die demografische Entwicklung in Deutschland die Engpässe in verschiedenen Branchen noch verstärken wird. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen ist das Recruiting nicht einfach: Obwohl oft seit Jahrzehnten erfolgreich am Markt, sind sie häufig weniger bekannt als große Unternehmen – insbesondere bei ausländischen Fachkräften. So bleiben viele Stellen in so genannten Engpassberufen – zum Beispiel Kältetechniker, Bauelektriker, Altenpfleger – unbesetzt.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung eine Fachkräftestrategie beschlossen. Sie sieht Maßnahmen auf nationaler, auf europäischer und auf internationaler Ebene vor.

Ausbildung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken

Mit der Allianz für Aus- und Weiterbildung soll unser bewährtes duales Ausbildungssystem gestärkt und insbesondere mit Blick auf die Digitalisierung der Aus- und Fortbildungsordnungen modernisiert werden. Dies soll auch dazu beitragen, die Attraktivität der Berufsausbildung im Verhältnis zur akademischen Bildung zu erhöhen.
Mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie soll zudem eine neue Weiterbildungskultur in Deutschland verankert werden. Daneben unternimmt die Bundesregierung weiterhin Anstrengungen auf den Feldern Qualität der Arbeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Deutschland soll für ausländische Fachkräfte noch attraktiver werden

Fachkräfte aus der EU leisten schon heute einen wichtigen Beitrag zur Entspannung der Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Dabei unterstützen wir sie tatkräftig, zum Beispiel mit der Förderung von Sprachkursen und der Öffnung unserer Ausbildungsförderung, zum Beispiel Meister-BaFöG. Aber das reicht nicht: Auch mehr gut ausgebildete Fachkräfte aus dem nicht-europäischen Ausland sind gefragt. Mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz wird der Zugang für internationale Fachkräfte zum deutschen Arbeitsmarkt vereinfacht und durch bessere Verfahren zur Anerkennung internationaler Berufsabschlüsse und schlanke Visaverfahren begleitet. Daneben informiert das Dachportal der Bundesregierung „Make it in Germany“ Unternehmen im Hinblick auf die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern.

Anteil der Unternehmen, die im Fachkräftemangel ein Geschäftsrisiko sehen

© BMWi

Im Rahmen der Fachkräftestrategie setzen wir uns auf vielen Ebenen für die Fachkräftesicherung ein – hier die wichtigsten Initiativen:

  • Mit der Allianz für Aus- und Weiterbildung, in der sich Bund, Länder, Bundesagentur für Arbeit, Wirtschaft und Gewerkschaften zusammengeschlossen haben, stärken wir das bewährte duale Ausbildungssystem – auch, um so die Attraktivität von Berufsausbildung im Vergleich zur akademischen Laufbahn zu erhöhen. Die Aus- und Fortbildungsordnungen werden mit Blick auf die Digitalisierung modernisiert. Mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie stärken wir zudem den Bereich der Weiterbildung.
  • Das vom BMWi geförderte „Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA)“ unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, Fachkräfte zu finden, zu binden und zu qualifizieren.
  • Durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz erhalten beruflich Qualifizierte einen leichteren Arbeitsmarktzugang nach Deutschland.
  • Das mehrsprachige Portal Make it in Germany informiert Einwanderungsinteressierte über Einreise- und Visumsverfahren, Job-Angebote in den verschiedenen Branchen und Regionen und vieles mehr.
  • Menschen mit Migrationshintergrund werden noch stärker bei der Ausbildung und der Integration in den Arbeitsmarkt begleitet. Der Bund unterstützt beispielsweise mit den „Willkommenslotsen“ die Integration von Geflüchteten.