Wachstum und Wohlstand wären ohne die 23 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Europa nicht denkbar. Sie stellen 99,8 Prozent aller europäischen Unternehmen. Der Mittelstand bildet das Fundament für wirtschaftlichen Erfolg, für Innovationen und Wettbewerb in Europa. Er steht für gut zwei Drittel aller Arbeitsplätze in der privaten Wirtschaft und stellt den Großteil der Ausbildungs- und Arbeitsplätze.

Der Mittelstand ist die treibende Kraft für Wachstum und Beschäftigung in Europa. Für kleine und mittlere Unternehmen aus Deutschland ist Europa der mit Abstand wichtigste Markt. Freier Marktzugang, fairer Wettbewerb und Arbeitnehmerfreizügigkeit sind deshalb Voraussetzungen dafür, dass Europa und sein Mittelstand stark bleiben. Rechtsunsicherheiten sowie zu viel Bürokratie und Überregulierung wie zum Beispiel bei den unterschiedlichen Verwaltungsanforderungen bei Dienstreisen und Entsendungen ins EU-Ausland schaden dagegen.

Gute Rahmenbedingungen für den Mittelstand sichern künftigen Erfolg

Europäische Wirtschaftspolitik muss deshalb stets die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen im Blick haben. Das BMWi setzt sich auch auf europäischer Ebene für mittelstandsfreundliche Rahmenbedingungen ein, damit kleine und mittlere Unternehmen sich erfolgreich weiterentwickeln und wachsen können. Auf deutsche Initiative hin hat das Netzwerk der KMU-Botschafter der Europäischen Union einen Aufruf für eine zukunftsorientierte EU-Politik für den Mittelstand erarbeitet: Mit seinem „Call of the SME Envoy Network for a vigorous and forward-looking EU policy for small businesses“ möchte das Netzwerk frühzeitig einen Akzent für eine vitale und zukunftsorientierte EU-Mittelstandspolitik setzen, auch, um den sich neu bildenden Institutionen – Europäisches Parlament und Europäische Kommission – ein deutliches Signal für die beginnende Legislaturperiode zu setzen. Eine wesentliche Forderung des Netzwerks ist die Schaffung eines neuen politischen Rahmens, der den bestehenden, sogenannten Small Business Act, ablöst.

Mehr als die Hälfte des Gesamtexportumsatzes machen KMU in Europa

© BMWi

Wesentliche Maßnahmen und Programme für den Mittelstand auf europäischer Ebene sind:

  • Der „Small Business Act“ setzt mit rund 100 Maßnahmen das Prinzip „Vorfahrt für KMU“ in der Mittelstandspolitik in der EU um.
  • Das Netzwerk der KMU-Botschafter (SME Envoy Network) verschafft den Belangen der mittelständischen Unternehmen bei Legislativvorhaben der EU mehr Gehör. Es geht zum Beispiel um Bürokratieabbau, freien Marktzugang und erleichterte Finanzierungen.
  • Seit 2008 bereits unterstützt das Enterprise Europe Network (EEN) kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit mehr als 3.000 Experten. Gefördert wird dieses weltweit größte Netzwerk zur Unterstützung von KMU von der EU-Kommission.
  • Der BMWi-Mittelstandsmonitor für EU-Vorhaben informiert deutsche KMU und Verbände über EU-Regelungsvorhaben und signalisiert mittels einer Ampel die Relevanz für KMU. Mit dem Monitor schafft das BMWi Transparenz. Dadurch werden die Mitsprachemöglichkeiten des Mittelstands bei wichtigen EU-Vorhaben gestärkt.
  • Das Programm COSME dient zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Der Schwerpunkt des Programms liegt auf einem erleichterten Zugang zu Finanzierungen – die Bereitstellung von günstigem Wagniskapital und Garantien für Gründung, Expansion und Unternehmensübertragungen.
  • Das Programm Horizont 2020 zielt darauf ab, EU-weit eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen – und zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Es bündelt die EU-Programme der Forschungs- und Innovationsförderung weitgehend.