Der deutsche Mittelstand hat seine Energieeffizienz seit 1990 deutlich gesteigert. Viele Betriebe schaffen es, trotz steigender Produktion durch den Einsatz hochmoderner Maschinen und Anlagen ihre Energieausgaben zu senken. Auch wenn Investitionen in erhöhte Energieeffizienz erst einmal Geld kosten, zahlen sie sich für die Unternehmen aus. Oftmals lohnen sie sich bereits nach kürzerer Zeit. Kleine und mittlere Unternehmen können so nicht nur Geld sparen, sondern gleichzeitig der Umwelt dienen und durch den Kostenvorteil noch konkurrenzfähiger werden. Das gilt insbesondere auch für energieintensive Unternehmen - z. B. in Metall- und Gießereibetrieben oder in der Kältetechnik.

Ohne die vielen mittelständischen Betriebe wird die Energiewende nicht gelingen. Sie darf aber auch nicht durch zu hohe Kosten die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gefährden. Das Streben nach mehr Effizienz und der Ausbau erneuerbarer Energien ist zugleich Antrieb und Anreiz für Innovationen – für neue Technologien, Produkte und Geschäftsmodelle. Wer hier vorne mit dabei ist, setzt neue Trends. Und da sind kleine und mittlere Unternehmen oft beweglicher und schneller als große - und können damit auf internationalen Märkten punkten.

Wachstum und Ökologie sind kein Widerspruch

Intelligentes Energiemanagement als Teil der Unternehmensstrategie ist gefragt. Die Richtung stimmt: Im Vergleich zu 1990 verursachen Industrieprozesse in Deutschland heute 28 Prozent weniger CO2. Das beweist: Ökonomie und Ökologie sind kein Widerspruch. Rund 320.000 Menschen arbeiten inzwischen allein im Bereich der erneuerbaren Energien – direkt und bei Zulieferern. Die Energiewende ist also nicht nur Motor für Innovationen, sondern auch für Jobs. Doch nach wie vor ist noch viel zu tun, die Potenziale für Verbrauchssenkung und mehr Energieeffizienz sind noch längst nicht ausgeschöpft – die bessere Nutzung industrieller Abwärme ist nur ein Beispiel von vielen.

Innovative Technologien senken den Energieverbrauch in mittelständischen Unternehmen

© BMWi

Wenn Unternehmen ihren Energieverbrauch senken oder erneuerbare Energien stärker nutzen wollen, können sie auf viele staatliche Förderungen von Bund und Ländern zurückgreifen.

Mit der Förderstrategie „Energieeffizienz und Wärme aus erneuerbaren Energien“ hat das BMWi die Beratungs- und Investitionsförderung grundlegend reformiert: Die Förderprogramme wurden schrittweise neu geordnet, themenspezifisch gebündelt und adressatengerecht ausgerichtet. Aufeinander aufbauende Module – von Beratung über Einstiegsförderung bis hin zu systematischer Förderung und besonders anspruchsvollen Innovationsprojekten – bieten vielfältige Möglichkeiten. Damit mehr Anreize fürs Energiesparen geschaffen werden, funktionieren die Förderkonditionen nach dem Prinzip „Je ambitionierter die Energieeffizienzmaßnahmen, desto attraktiver das Förderangebot“.

Mehr aus Energie machen – eine Auswahl Fördermaßnahmen:

  • Die vom BMWi geförderte Energieberatung im Mittelstand (EBM) hilft mit konkreten Vorschlägen bei Investitionen in neue Technologien oder betriebliche Gebäude – und mit einem Zuschuss von 80 Prozent der Beratungskosten oder maximal 6.000 Euro. Dafür gibt es deutschlandweit Energieeffizienz-Experten.
  • Mit der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke unterstützt das BMWi gemeinsam mit der Wirtschaft die Gründung von Energieeffizienz-Netzwerken , in denen sich jeweils etwa 8 bis 15 Unternehmen austauschen und gemeinsam Energie einsparen. Über 230 Netzwerke mit über 1.800 teilnehmenden Unternehmen gibt es bereits.
  • Gemeinsam mit der Wirtschaft wird die „Förderstrategie Energieeffizienz“ umgesetzt. In diesem Zuge ist Anfang 2019 das Förderpaket „Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft“ in Kraft getreten, das sechs Einzelprogramme bündelt und so zur Konsolidierung der Fördervielfalt und zum Bürokratieabbau beiträgt. Das Förderpaket richtet sich vor allem an KMU.
  • Energieeffiziente Neubauten und Sanierungen von gewerblich genutzten Nichtwohngebäuden finanziert das BMWi über das KfW-Energieeffizienzprogramm - Energieeffizient Bauen und Sanieren. Unternehmen erhalten zinsverbilligte KfW-Kredite mit attraktiven Tilgungszuschüssen.
  • Mit dem Marktanreizprogramm (MAP) für Wärme aus erneuerbaren Energien fördert das BMWi Unternehmen, die sich dafür entscheiden, erneuerbare Energien für die Wärme- oder Kälteerzeugung einzusetzen.
  • Die Bundesregierung unterstützt noch stärker als bisher Forschung und Entwicklung im Energiebereich. Das Energieforschungsprogramm stellt bis 2022 rund 6,4 Milliarden Euro bereit. Neue Schwerpunkte: Forschungsergebnisse schneller in die Praxis überführen und #Reallabore.